10 Dinge, die Du nicht über Russland weißt

Niko Juranek Sprint Fitness Travel Lifestyle Blog Russland

Russland. Das größte Land der Welt. Bekannt für großartige Literatur, unglaubliche Architektur, faszinierende Natur – und diverse Kuriositäten. Viele davon konnte ich auf meinen Reisen durch Sankt-Petersburg, Moskau, Novgorod und Belgorod kennenlernen. „Vodka“, „Za’Sdrovje“ und „Matrjoschka“ kennst du bestimmt. Aber hier sind meine 10 Favoriten an seltsamen Fakten und interessanten Dingen, du Du noch nicht über Russland weißt!

1. Das russische Lächeln besitzt eine riesige Bedeutung

Stell dir einen Russen vor, mit allen Stereotypen, die dir einfallen – Lächelt dieser? Eher selten. Diese Erfahrung habe auch ich sogleich gemacht, als ich zum ersten Mal in das Land kam. Als sehr aufgeschlossene & fröhliche Person war dies für mich absolut ungewohnt, und ich war ob der ernsten Gesichter gleich ziemlich eingeschüchtert. Warum ist das so?

In Russland stellt das Lächeln etwas absolut Persönliches da. Es ist einfach nicht üblich, Fremden zuzulächeln. Ganz im Gegenteil, wenn man ihnen ohne einen nachvollziehbaren Grund zulächelt, etwa, weil man wie ich eine sehr fröhliche Person ist, kann es passieren, dass du sofort als verdächtig eingestuft wirst. Du kannst also davon ausgehen, dass dir jeder Verkäufer, jeder Beamter, Polizist sowieso :-D, Ärzte oder Passant mit einem ernsten Gesichtsausdruck ohne jegliche Regung begegnen wird.

Unter Freunden, Bekannten und Verwandten hingegen wird sehr wohl gelächelt, mal mehr, mal weniger verhalten 😉 Jedoch kann ich hierzu nur sagen, dass ich selten eine so großartige Gastfreundschaft erhalten, wie dies bei unserem Schulaustausch in St. Petersburg der Fall war. Hier fühlt man sich wirklich gut aufgehoben, und für gute Unterhaltung können die Russen auch sorgen, wie man weiß 😉

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Nicht oft zu sehen – ein lachender Russe

2. In Russland gibt es 9 Millionen mehr Frauen, als Männer

Dieser demographische Fakt dürfte vor allem die Männer erfreuen 😉

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3. Die „Metro“ (U-Bahn) in St. Petersburg und Moskau gehört zu den schönsten der Welt

Die Architektur der vielen Metro Stationen in den großen Städten Russlands stellt tatsächlich unglaubliche Kunst dar. Die zahlreichen Statuen, Mosaike und Wandgemälde machen jeden der Orte einzigartig.

Man kann ohne zu Übertreiben behaupten, dass besonders das unterirdische System Moskaus zu den ausgefeiltesten überhaupt auf der Welt zählt. Zu Beginn, 1935, mit 11 Stationen noch ca. 11,2 km kurz, entwickelt es sich derzeit so schnell weiter, dass es in den nächsten 3 Jahren wohl ca. 235 Stationen auf rund 121 km Länge zählen wird. Damit ist die Moskauer Metro dann die 4. Längste der Welt.

Inzwischen werden eigene Tagesführungen durch das System angeboten; hier steigst du bei jeder neuen Station wieder aus und erkundigst den momentanen Aufenthaltsort. Bei momentan ca. 200 Stationen eine ziemliche Herausforderung und tolle Tagesbeschäftigung, besonders, wenn das Wetter draußen nicht mitspielt!

P.S. Meine Lieblingsstationen: Majakovskaja, Komsomolskaja, Kievskaja

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Unglaublich schön – die Moskauer Metro

4. Du verstößt mit einem schmutzigen Auto gegen das Gesetz

Die einschlägigen Gesetze besagen, dass es ausdrücklich verboten ist, mit einem schmutzigen Auto zu fahren. Besonders wichtig ist dabei die Nummerntafel, wenn diese nicht eindeutig lesbar ist, verstößt der Fahrer gegen das Gesetz und wird zu einer Strafe verdonnert.

Was als „schmutzig“ definiert wird, darüber scheiden sich jedoch die Geister 😃

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Auch so etwas findet man auf der Straße 😉

5. 25% der Russen sterben vor ihrem 55. Geburtstag – wegen Vodka

Gegenüber nur 1 % in den Vereinigten Staaten von Amerika ein krasser Unterschied. Jährlich gibt es über 500.000 alkoholbedingte Tode.  Aber wen wundert das in einem Land, in dem es ein eigenes Wort für „Sich-im-Stiegenhaus-Betrinken“ gibt?! (Anm.: In St. Peterburg und Moskau verschiedene Begriffe :-P)

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Keine schöne Statistik

6. Schimpfen ist in Russland verboten

*#?°&#*… Obwohl weithin über alle Grenzen bekannt ist, welch erstaunliche Vielfalt sich in Schimpfwörtern und Kraftausdrücken in Russland etabliert hat („Mat“ – Mutige lesen hier nach), ist und bleibt die Russische Sprache eine der, wenn nicht überhaupt DIE literarischste Sprache der Welt. Es ist unglaublich, die Möglichkeiten sind schier endlos, und je besser man die Sprache zu beherrschen denkt (also ich :-P), desto mehr begreift man sogleich wieder, dass dies wohl nie der Fall sein wird.

Um diese Kultur der schönen Sprache und Literatur zu wahren, wurden Normen erlassen, die die Anwendung von Schimpfwörtern und Kraftausdrücken per Gesetz verbietet. Ein guter Ansatz, wie ich meine, auch wenn es mit unseren Austauschstudenten sehr lustig zuging (Achtung jedoch: Schimpfen will gelernt sein! Die Unterschiede sind minimal und für uns oft nicht merklich, können jedoch gröbste Beleihungen darstellen! In der Zwischenzeit lies also doch besser Tolstoi, oder Dostojevski 😉

7. Es gibt zumindest 15 „Geheime Städte“ in Russland, deren Namen und Orte unbekannt sind

Es gibt zugangsbeschränkte Zonen, „verbotene/geschlossene Städte„, wo nur bestimmte, autorisierte Personen Zugang haben. Das können etwa militärische, wissenschaftliche Einrichtungen, oder Grenzgebiete sein. Einige der Städte sind frei zugänglich für russische Staatsbürger; andere schließen auch diese aus. Momentan gibt es 44 öffentlich bekannte von diesen closed cities, wohingegen zumindest 15 weitere existieren, deren Ort, oder Name nicht öffentlich bekannt sind.

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Betreten verboten!

8. Stau – Reiche Leute fahren mit der „Rettung“

Jeder, der den unglaublichen Verkehr in Moskau schon selbst miterlebt hat, weiß, wovon ich spreche: Du stehst hier für kurze Strecken oft stundenlang im Stau – Oder du fährst mit der „Rettung“.

Politiker und Personen von öffentlichem Interesse genießen auf den russischen Straßen ein besonderes Privileg. Wenn sie es eilig haben, wird der Verkehr kurzfristig gesperrt, durch ein tiefes „Knarzen“ einer Sirene vorgewarnt, sodass die Kolonne an schwarzen Limousinen und Polizeieskorten ungehindert passieren kann. Dies gilt natürlich auch für Notfälle.

Zeit ist Geld – das wissen besonders die Reichen und Unternehmer. Findige reiche Leute kamen nun auf die Idee, sich dieser Ausnahmen zu bedienen, und es der Rettung gleichzumachen. Selbstverständlich jedoch nicht in „normalen“ Krankenwägen, als vielmehr in getarnten „Rettungsautos“, deren Innenausstattung luxuriös den Wünschen der Reichen angepasst ist. Inzwischen haben sich einige Unternehmen etabliert, die diesen Service anbieten – für etwa umgerechnet 142 Euro / Stunde.

Fazit: Wenn du es also in Moskau mal eilig hast,

  1. nimm die Metro, 🚇
  2. fahr mit der „Rettung“ 🚑
  3. oder fliege gleich mit deinem Helikopter 🚁😎
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Nehmen Wir heute den Bentley – oder doch die Rettung?

9. Ungewöhnliche Bräuche, die du nicht kennst:

Unter anderem meine Favoriten:

  • Nur Kinder & verheiratete Menschen sitzen an den Ecken eines Tisches

Wenn eine nicht verheiratete Person an dieser Stelle sitzt, wird sie auch in den nächsten 7 Jahre nicht heiraten – oder nur unglücklich verheiratet sein 😃

  • Pass auf, wenn du einen Blumenstrauß schenkst

Ein Blumenstrauß mit einer geraden Anzahl an Blumen wird nur bei Begräbnissen geschenkt. Eine ungerade Anzahl an Blumen hingegen wird bei fröhlicheren Anlässen gegeben.

Die Farbe der Blumen sollte zudem nicht gelb sein (=Neid).

  • Pfeife niemals in einem russischen Haus

… oder es wird ein finanzielles Desaster über den Gastgeber hereinbrechen.

  • Verstreue kein Salz auf dem Tisch beim Essen

… sonst bricht Streit über die Familie herein.

  • Wenn ein Messer auf den Boden gefallen ist

… dann ist jemand auf dem Weg zu dir.

Die Liste geht noch weiter 😉

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Pass auf, was du schenkst!

10. „Ziferblat“ – Wo Zeit Geld kostet

„Ziferblat“, vom deutschen Einfluss „Zifferblatt“, ist ein sogenanntes „Anti-Café“.

Die Kaffeekette wurde im September 2011 gegründet und ist seitdem an über 14 Orten auf der ganzen Welt verteilt. Du kannst hier machen, was du willst: Tee & Kaffee trinken, Kuchen essen, kochen, CDs hören, Bücher lesen, Brettspiele spielen, einen Filmabend organisieren, als Co-Working-Space nutzen, oder einfach nur verweilen – Und das alles kostenlos. Das war auch der Gedanke hinter der Gründung, dass DU dich bei einem Kommen einfach nur wie zuhause fühlst.

Das einzige, was du bezahlst, ist die Zeit, die du dort verbringst. Das läuft so ab:

  • Du erhältst einen Wecker (meiner hieß ganz untypisch „Francis“)
  • Die Ankunftszeit wird notiert
  • Du konsumierst/machst, was du willst
  • Gibst den Wecker ab
  • Es wird abgerechnet und du gehst.

Wie sich das ganze System rentieren kann, ist mir ein Rätsel. Der Preis selbst ist nämlich absolut niedrig, pro Minute bezahlte ich 2 Rubel, in Summe für 1,5h Aufenthalt also ca. 3,6€. Und dabei trank ich nicht nur einen Kaffee 😉

Ich selbst konnte bereits zwei der Häuser in Moskau und jenes in St.Petersburg kennenlernen und fühlte mich absolut wohl. Jeder, der auf der Suche nach einem trendigen Café ist, und mal etwas Abwechslung erleben möchte, sollte sich Ziferblat unbedingt ansehen 🙂

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Tee, Kaffee, Kuchen, Spiele – Hier gibt es alles! Aber die Zeit tickt!

Was sind deine Lieblingsfakten über Russland? Kennst du andere Kuriositäten? Warst du selbst schon dort? Ich bin auf deine Erzählungen gespannt! 😀

Hey! Danke, dass du meinen Artikel zu Ende gelesen hast.

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