Der digitale Tsunami kommt – Ist dein Job noch sicher?

„Der digitale Tsunami kommt. Der ist unaufhaltsam.“

Mit diesen Worten beginnt das Video zum Vortrag von Thorsten Jekel bei der Rednernacht von GedankenTanken. Passend zum heutigen 1. Mai, dem „Tag der Arbeit“, ein Blick darauf, wie sich das Arbeitsleben in den nächsten Jahren durch die Digitalisierung verändern wird.

„Der digitale Tsunami kommt. Der ist unaufhaltsam.“

Als ich heute morgen die Zeitung (Der Grazer, 30.04.2017) in die Hand nehme, fällt mir sofort das Titelbild auf: Eine Bildmontage, bei der unter dem Titel „Maiaufmarsch 2030“ Roboter als Teilnehmer des Maiaufmarschs die Menschen ersetzt haben. Interessiert schlage ich sogleich den Artikel im Inneren auf. Die Hauptaussage:

„Laut der aktuellen IHS-Studie sind österreichweit in den nächsten zehn bis 20 Jahren 360.000 Jobs durch die Digitalisierung akut gefährdet. Auf Graz umgelegt hieße das ein Minus von 10.000 Jobs.“

Beängstigend, wirst du nun sagen. Aber welche Jobs sind hiervon betroffen? Auch dazu gibt es Fakten:

„Hauptsächlich betroffen sind Hilfsarbeiter – hier wackelt jeder dritte Job. Ebenfalls zittern müssen Handwerker (18,7% der Jobs sind in Gefahr), Maschinenbediener (17,7%) und Dienstleister (10,7%).“

Hallo, ich bin’s – dein neuer Kollege (skeeze / Pixabay)

Doch damit nicht genug. Erst gestern habe ich das oben erwähnte Video von Thorsten Jekel bei GedankenTanken angesehen, wo er ähnliche Aussagen trifft, und noch viel deutlichere Zahlen aus den USA und Deutschland aufzeigt:

  • In den USA prognostiziert er in den nächsten 10 – 15 Jahren eine Gefährdung von 47% aller Jobs, in einer weiteren Welle 33% – gesamt also ca. 80% der Jobs.
  • In Deutschland kommt er mit seiner Aussage auf über 50%.

Auch stoppt er hier nicht, wie im Zeitungsartikel, bei den Hilfsarbeitern, sondern führt prominente, große Arbeitsbereiche auf, die von der Digitalisierung besonders bedroht sind: Vertrieb, Programmierer, Steuerberater, Rechtsanwälte.

Als Student der Rechtswissenschaften interessiert mich natürlich besonders die betroffene Zahl der Steuerberater (-35%) und Rechtsanwälte; kein besonders guter Gedanke, zu wissen, dass es uns Studenten auch nach den vielen Strapazen des Studiums nicht leichter gemacht wird, als vielmehr auf dem Weg zum Erfolg noch mehr Steine in den Weg gelegt werden, die Arbeit des Konzipienten etwa großteils durch digitale Software ersetzt wird, der Bedarf an Rechtsanwälten ebenso deutlich sinkt und den Wettbewerb allgemein schwieriger gestaltet. Ebenso Manfred Prisching, Grazer Soziologe:

„Am Anfang werden sie [Anm.: die Roboter] noch einfache Jobs machen, aber schon bald werden sie auch die Arbeit von Ärzten oder Anwälten erledigen.“

Die nächsten Rechtsanwälte und Ärzte? skeeze / Pixabay

Digitalisierung: Fluch, oder Segen?

Doch ist die Lage hoffnungslos? Keineswegs. Zwar wird sich die Situation am Arbeitsmarkt massiv verändern, und die Reduktion der Jobs wird eine Reaktion und Veränderung des Systems mit sich bringen. Jedoch ergeben sich durch die Digitalisierung ebenso wieder neue Chancen, es entstehen neue Berufe und Dienstleistungen, Möglichkeiten, die es zu nutzen gilt. Im Video (bei 09:50 min) etwa zu YouTube:

„Während andere Rechtsanwälte noch darber diskutieren, wie seriös YouTube ist, berät er bereits deren Kunden.“

Ein Rechtsanwalt, der regelmäßig gratis YouTube Videos erstellt, und auf der Plattform online Rechtstipps gibt. Ziemlich smart, nicht? Und dies ist nur eines von vielen Beispielen. Auch ich als Blogger und Onlineunternehmer, der seine Beiträge und Inhalte online zur Verfügung bzw. zum Kauf bereitstellt, oder Universitäten und Self-Learning-Plattformen wie Udemy, wo man ein Fernstudium betreiben kann, oder sich Wissen in Form von Videokursen aneignet – Die Bandbreite an Möglichkeiten, die sich durch die Digitalisierung ergeben, sind enorm; man muss sich nur auf diese neuen Möglichkeiten einlassen.

„Die Digitalisierung bietet für uns unglaubliche Chancen. Für persönliche Weiterentwicklung, für finanzielle Freiheit, und für ein leichteres Leben.“

– Thorsten Jekel

Fazit

Du siehst: Der digitale Tsunami kommt. Der ist unaufhaltsam. Ich halte es aber im Angesicht der vielen neuen Chancen, die sich durch die Digitalisierung ergeben, für unangebracht, diese als negative Entwicklung zu verteufeln, und sich über die Zukunft Sorgen zu machen. Vielmehr möchte ich jedem empfehlen, die Türen, die sich durch den digitalen Fortschritt öffnen, bereits jetzt wahrzunehmen und zu nützen. Du hast es in der Hand!

> FRAGE Digitalisierung: Fluch, oder Segen – Was meinst du dazu? 🙂

Link zum Artikel (Der Grazer, 30.04.2017)

Hey! Danke, dass du meinen Artikel zu Ende gelesen hast.

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4 Kommentare, sei der nächste!

    1. Hi Julian! Ross sehe ich in dem Zusammenhang als extrem hilfreiches Tool, das den Rechtsanwälten helfen kann, persönliche Ressourcen zu schonen (wie etwa durch die ausgelagerten Recherchen mehr Zeit für Klienten zu haben). Ganz allgemein finde ich jedoch IBM sehr spannend zu folgen, mit den vielen verschiedenen Projekten, die sie betreiben, ob das nun Ross ist, oder der Supercomputer Watson, der Krankheiten erkennt, spezielle Kochrezepte erstellt, usw.. Jedenfalls ein hochinteressantes Feld, in dem sich in der nächsten Zeit wohl noch viel mehr tun wird.

      Danke für deinen Kommentar! Lg, Niko

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