Bist du der Dümmste am Tisch?

Warum du nicht der "Dümmste am Tisch" sein willst, obwohl du gerade dieser sein solltest | + Die Möglichkeiten, zu diesem zu werden.

Gerade bin ich in einem spannenden Interview über folgende, interessante Aussage gestoßen:

„Ich versuche immer, der Dümmste am Tisch zu sein.“

– Matthew Mockridge

Bumm. Das saß!

Der Dümmste am Tisch? Eine starke Aussage, die uns gar kein gutes Gefühl vermittelt. Versuchen wir denn nicht immer nach allen Kräften, gerade nicht diese eine Person zu sein? Uns eingestehen zu müssen, dass wir keine Ahnung davon haben, worüber die anderen gerade sprechen? Das Gefühl zu haben, ausgeschlossen zu sein, nicht zu den „Coolen“ der Runde zu gehören? „Dumm“ zu sein und von den anderen so abgestempelt zu werden?

„WAS DIE WOHL DENKEN!?“

Absolut uncool. Dann lieber doch falsches Wissen vortäuschen und so tun, als ob man sich auskennt und oberflächlich mitreden kann. Das Ego beruhigen, den starken Mann spielen und die anderen damit beeindrucken. Gleich viel besser! Oder?

Ich glaube, jeder von uns hat diesen unangenehmen Moment schon mal durchlebt. Und natürlich willst Du solche peinlichen Momente in Zukunft vermeiden. Aber woran liegt das?

Das Gefühl der Ablehnung

„Der [ Dein Name ] hat ja keine Ahnung! Warum ist er überhaupt bei uns dabei? Er bringt uns ja gar nichts!“

Gerade in unserer mitteleuropäischen Gesellschaft werden wir von Leistung dominiert und an Erfolgen gemessen. Sind wir erfolgreich, werden wir auf Händen getragen, gefeiert und in den 7. Himmel gehoben.

ABER wehe, du leistest dir einen Fehler, scheiterst mit einem Vorhaben, oder offenbarst eine Schwäche – Dann wirst du sehr schnell als „Versager“ abgestempelt, alle wenden sich von Verlierertypen ab („Sieger sind ja viel cooler“ – dementsprechend möchte jeder einer sein) und niemand will etwas mit dir zu tun haben. Alle haben Angst vorm ScheiternBeschissenes Gefühl, oder?

Du sitzt mittendrin und hast wieder mal keinen Plan? Manchmal gar nicht so schlecht

Das Gefühl der Anerkennung

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Niemand will allein sein, wir alle suchen Anerkennung. Wir sehnen uns nach Dank, Abwechslung & Spaß in der Gruppe, ein einfaches, ehrlich gemeintes Kompliment („Du hast das wirklich gut gemacht!“) erfüllt uns mit einer riesigen Freude. Schade nur, dass man diese positiven Rückmeldungen nur viel zu selten bekommt, als vielmehr eher die eigenen negativen Seiten aufgezeigt bekommt. Wie schaffst du es also, das zu ändern?

Ich denke, die Antwort liegt wieder im Umfeld – Den Menschen, die uns ständig umgebe, und uns prägen.

"Your vibe attracts your tribe." – Mit wem umgibst du dich?

Werde der „Dümmste“ am Tisch

Natürlich ist es einfacher – und deutlich angenehmer – nur das zu machen, was man immer schon gemacht hat, daher gut kann, und von den anderen dafür geachtet wird – aber ohne sich darüber hinaus weiterentwickeln zu wollen? Weil man davor Angst hat?

Dabei liegt doch gerade in der Veränderung die größte Chance der Weiterentwicklung. Was bringt es, sich hinter den eigenen Leistungen, dem eigenen Wissen zu verstecken, aus purer Gewohnheit und Bequemlichkeit tief in der eigenen Komfortzone zu bleiben? Alles ändert sich, ob du es willst, oder nicht, der einzige Faktor, der bestimmt, ob du in Bewegung bleibst, oder den Stillstand wählst, bist DU!

Hier nochmals das ganze Zitat:

„Für Veränderungen sorgen. Neue Dinge tun. Mit Leuten reden, die klüger sind als man selbst. Dann muss man sich bewegen, Bewegung bedeutet Fortschritt. ich versuche immer, der Dümmste am Tisch zu sein.“

– Matthew Mockridge

Denkst du noch immer so negativ über die Eingangsfrage nach? Ist es so schlecht, der „Dümmste“ am Tisch zu sein? Oder traust du dich nun vielleicht auch, diese Person zu sein? Fragen zu stellen, zuzuhören, von anderen zu lernen, den Mut zur Veränderung zu haben, um dich langfristig weiterzuentwickeln? Probier’s doch mal damit:

  • Triff dich mit der Person, oder einer Gruppe, die du schon immer für etwas bewundert hast, wo sie sich gut auskennen, oder gut können
  • Frage sie nach ihrer Erfolgsgeschichte – was waren die Siege, was die Learnings auf dem Weg dahin?
  • Nimm dich mal selbst aus dem Mittelpunkt und höre nur zu. Stelle aktiv Fragen.
  • Lass Dein Ego links liegen, und denke daran, dass diese Personen vermutlich selbst vor nicht zu langer Zeit nicht weiter waren, als du
  • Denke umgekehrt daran, dass du selbst Erfahrungen in anderen Bereichen besitzt, als diese – und deinen ganz persönlichen Expertenstatus hast, von dem auch sie lernen könnten
  • Sehe dies als Chance, etwas Neues lernen zu können, dich zu verbessern, und dabei dein Netzwerk zu erweitern, wenn nicht sogar Freundschaften zu schließen

Probier’s mal aus. Ich garantiere dir, dass du dein Wissen dadurch schlagartig erweitern kannst und über die Zeit großen Fortschritt machen wirst. Und wenn’s dich tatsächlich so stört: Vielleicht bist du durch diese neuen Kenntnisse ja bald nicht mehr der „Dümmste“ am Tisch, als vielmehr einer der Experten auf deinem Gebiet – und du kannst wiederum einer anderen, unerfahrenen Person mit deinen Inputs dabei helfen, ebenso diese Entwicklung durchzumachen. Schönes Gefühl, oder? 😊 

Vielleicht bist du ja schon bald einer der Experten - und kannst anderen helfen!

Das ganze Interview findest du übrigens bei The Red Bulletin zum Nachlesen: „Wie Du eine Idee verkaufst“

Hey! Danke, dass du meinen Artikel zu Ende gelesen hast.

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