Erfolgsjournal III. Meine persönlichen Erfahrungen

Teil 3 der Artikelserie: Das Erfolgsjournal

Viele erfolgreiche Menschen führen ihre Erfolge auf das Führen eines Erfolgsjournals zurück. In dieser Artikelserie zeige ich dir, was es damit auf sich hat, warum es dir helfen kann, deine Ziele besser zu erreichen, welche persönlichen Erfahrungen ich damit gemacht habe und welche Empfehlungen ich für dich habe. Als Bonus erwartet dich in Teil 5 dein persönlicher Gewohnheitstracker!

Inhaltsverzeichnis:

  1. Erfolgsjournal – Was es ist und wozu du es brauchst
  2. Erfolgsjournal – Wie verwendest du es richtig?
  3. Erfolgsjournal – Meine persönlichen Erfahrungen
  4. Erfolgsjournal – Meine Empfehlungen für dich
  5. Bonus: Dein persönlicher Gewohnheitstracker!

Teil 3 – Das Erfolgsjournal. Meine persönlichen Erfahrungen

Nachdem ich in den letzten beiden Artikel darauf eingegangen bin, was ein Erfolgsjournal überhaupt ist, wozu man es braucht und wie man es richtig verwendet, möchte ich heute meine persönlichen Erfahrungen mit dir teilen.

So begann ich mit dem Erfolgsjournal – durch Zufall

Vermutlich hat es bei mir ähnlich gestartet, wie bei dir – durch Zufall.

Als ich neue Blogartikel zum Thema Persönlichkeitsentwicklung, Selbstbewusstsein, Erfolgsmanagement und Zielsetzung gesucht habe, bin ich über mehrere Berichte von bekannten Persönlichkeiten gestoßen, die unbedingt geraten haben, ein Erfolgsjournal zu starten und regelmäßig zu führen.

Ich war anfangs eher kritisch: Ein Journal war für mich nichts anderes, als eine Art Tagebuch, und „ein Tagebuch ist doch etwas, was kleine Mädchen nutzen, um in ihren Tagträumen zu schwelgen.“.

Ja, so ähnlich dachte ich. 😉

Ich konnte mich damit einfach nicht identifizieren – ein leeres Tagebuch, in dem ich meine persönlichsten Gedanken, tiefsten Ängste und größten Träume aufschreiben sollte, die ich nicht laut öffentlich auszusprechen wagte, weil sie mir so unrealistisch und groß erschienen.

Was, wenn es in falsche Hände gelangt und dies jemand liest oder davon hört?

Ich glaube, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch ein großes Thema mit meinem Selbstwert hatte, das mich so denken ließ.

Schließlich passierte aber etwas, das meine Neugier erweckte:

Wie es so oft passiert, treffen wir nicht nur selbst unsere Kaufentscheidungen, sondern sind dabei häufig sehr offen für Empfehlungen von Menschen, denen wir vertrauen.

So auch bei mir – mit einer guten Freundin redeten wir über Marketingstrategien und Dinge, die wir für unsere Blogs ausprobieren wollten, sowie über das leidige Thema Selbst- & Zeitmanagement, wie wir es wohl schaffen könnten, unsere vielen Interessen unter einen Hut zu bringen und nichts davon zu vernachlässigen.

Dabei kamen wir auf das Thema Erfolgsjournale und sie sagte mir, dass sie eben ein Journal gekauft hatte, von dem sie begeistert sei (meine Empfehlungen zu den einzelnen Journalen morgen).

Und tatsächlich: Das Journal war auch für mich sehr ansprechend gehalten, hatte nichts mit meiner Vorstellung von rosa-kleine-Mädchen-Notizbüchern gemeinsam, sondern war klar, strukturiert, mit genauen Angaben, wie es zu verwenden sein, mit Grafiken, hatte eine hochwertige Verpackung, die es elegant und besonders machten und sah dennoch nach sehr viel Action und Abenteuer aus.

Begeistert beschloss ich also, den Test zu wagen.

#1 Zielsetzung & Fokus

Das Journal war auf zehn Wochen ausgelegt – mit dem Fokus auf ein Ziel, das ich in dieser Zeit erreichen wolle. Das war für mich dementsprechend schwierig, weil ich mich einfach nicht festlegen wollte, weil ich dadurch das Gefühl bekam, etwas anderes zu verpassen.

Rückblickend denke ich, dass dies stets eine meiner größter Herausforderungen war, und mich schon vielfach davon abgehalten hatte, meine Ziele konsequent bzw. schnellstmöglich zu erreichen.

Natürlich beging ich den Fehler und wählte mein Ziel nicht konkret, sondern mal dieses, mal jenes, immer mit einem anderen Tagesfokus, worauf ich gerade Lust hatte.

Aber selbst, wenn ich mit einem klaren Ziel wohl noch größere, schnellere Fortschritte gemacht hätte, so wirkte sich die Struktur und Regelmäßigkeit doch deutlich merkbar auf mich aus.

#2 Vertrag mit mir & die täglichen Handlungen

Denn ich schloss am Anfang des Buchs einen Vertrag mit meinem 80-jährigen Ich ab, dass ich mein Ziel erreichen werde, dafür alles geben will und keine Ausreden und Vorwände erfinden möchte.

Ich lernte, den Fokus morgens und abends auf positive Dinge zu richten; etwa auf Dinge, für die ich dankbar bin, auf tolle Geschehnisse, die ich an dem Tag hatte, auf kleine Siege, die ich feiern konnte, die ich sonst nur als unwichtig überging.

Auch schrieb ich mir auf, welche Personen mich inspirierten und was ich von ihnen lernen wollte, ebenso wie ich mich fühlen wollte und mich daran erinnerte, welche Persönlichkeit ich dafür werden müsse, welche Handlungen ich dafür setzen will.

Ebenso lernte ich durch das regelmäßige Niederschreiben, das eine Art Feedback wurde.

#3 Wiederkehrende Muster & Gewohnheiten

Wenn ich drei Tagesziele setzte, und keines davon erreichte, dann stimmt da was nicht – das Journal half mir dabei, gewisse Muster auszumachen, die mich regelmäßig blockierten. Diese drei Erkenntnisse des Tages nahm ich dann mit dem Vorsatz mit, sie beim nächsten Mal zu integrieren und mich nicht mehr davon abhalten zu lassen.

Immer funktionierte es natürlich nicht; aber es war doch deutlich spürbar, dass sich gegenüber früher etwas verändert hatte.

Das bedeutet nicht, dass ich deswegen keine negativen Gedanken und Misserfolge hatte. Aber alleine schon durch das Tun merkte ich, wie sich der Fokus immer mehr auf die positiven Erlebnisse richtete, die anderen Dinge zwar noch vorhanden waren, aber dadurch ziemlich an Relevanz und Kraft verloren hatten, ich mich nicht mehr davon abhalten und runterziehen ließ.

#4 Die Phasen der Motivation und der Durchhänger

Der ganze Aufbau, die inspirienden Zitate und diese spürbaren Fortschritte motivierten mich natürlich, weiterzumachen.

Dennoch gab es einige Tage im Journal, die bis heute leer stehen. Das führe ich hauptsächlich auf zwei Gründe zurück:

  • Reisen

Zu der Zeit war ich regelmäßig und ausgiebig auf Reisen – dementsprechend hatte ich auf mein Gepäck zu achten und der Gedanke, ein weiteres Buch (und damit Gewicht) herumzuschleppen, gefiel mir gar nicht.

So passierte es manchmal, dass ich das Buch zuhause hatte, wenn ich auswärts übernachtete und danach nicht mehr nachtrug.

  • Bequemlichkeit & Müdigkeit

Wenn ich das Buch bei mir hatte, lag es daran, dass ich mich zu müde fühlte und einfach nur schlafen wollte, nicht noch zusätzliche 5 Minuten investieren wollte, um das Erfolgsjournal auszufüllen.

#5 Benefits beim Schlafen

Inzwischen habe ich diese Bequemlichkeit überwunden und schreibe mein Journal – egal, was passiert – als letzte Handlung vor dem Schlafen gehen.

Denn ich habe gemerkt, dass sich die Qualität meines Schlafs deutlich verbessert hat, seit ich meinen „vollen Kopf“ am Abend aufs Papier ausleere und dadurch Ordnung, Klarheit und Ruhe reinbringen kann. Insbesondere in Kombination mit Meditation war dies ein echter Gamechanger für mich.

„Freewriting is a fast method of thinking on paper.“

Ebenso ist es eine tolle Möglichkeit, das Unterbewusstsein nochmals mit positiven Gedanken und bestärkenden Erlebnissen zu füttern, die es dann im Schlaf verarbeiten und aufnehmen kann, und mich so noch mehr auf diese Dinge prägt.

#6 Digital vs. Analog

Durch meine Online Aktivitäten als Blogger und Online Unternehmer arbeitete ich natürlich mit sehr vielen digitalen Medien – dementsprechend nahe lag der Gedanke, auf ein digitales Journal umzuschreiben.

Dies habe ich versucht, aber nicht regelmäßig umgesetzt, bin lieber bei meinem analogen, physischen Buch geblieben, aus drei Gründen:

  1. Unordnung. Einerseits kann ich beliebig viele Notizen, Word Dokumente anlegen, die ohne ausgereifte Struktur in den Unwerten der Festplatte verschwinden.
  2. Entschleunigung. Andererseits wollte ich gerade am Abend die letzte Zeit vor dem Schlafen nicht mehr vor Bildschirmen nutzen (was sich erwiesenermaßen negativ auf unseren Schlaf und inneren Biorythmus auswirkt). Und gerade das „Offlinegehen“ löste an sich schon ein entspannendes Gefühl aus, das es mir ermöglichte, den Zeitdruck rauszunehmen.
  3. Akku. Wie bei Kalendern, E-Mails und Notizen gilt: Es ist praktisch, weil es überall dabei ist und auf den verschiedenen Geräten synchronisiert wird. Bis der Akku aus ist und gerade kein Kabel zur Verfügung steht. 😉

Ich verwende mein digitales Journal „Day One“ ab und zu, um längere, persönliche Gedanken niederzuschreiben, die für das Erfolgsjournal zu ausführlich wären; die täglichen Siege, Erkenntnisse, Ziele und auch Termine plane ich aber weiterhin mit meinem physischen Buch.

#7 Der gegenwärtige Stand und Aussicht auf die Zukunft

Inzwischen führe ich mein viertes, physisches Journal – zumindest seit 01.01.2018 ununterbrochen täglich und werde dies bis auf weiteres auch weiter führen.

Ich merke, dass mein Tag deutlich klarer strukturiert und geplant ist und dadurch schon sehr viel Energie übrigbleibt, die ich bis dahin für Stress und Spontanität aufwenden musste, weil ich nicht bereit war, zu planen.

Das Journal zu führen ist eine absolute Konstante in meinem täglichen Handeln geworden und hat als positive Gewohnheit sehr viel bewegt.

#8 Meine größten Erkenntnisse bis heute

Mein größte Erkenntnis für mich ist bislang, dass Erfolg kein Zustand ist, sondern eine tägliche Entscheidung, und damit ein Prozess, den ich genießen darf.

Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen und keine Fehler zu begehen.

Es geht darum, genau zu wissen, was ich für meine Ziele tun muss, wann und wie ich das tun muss, und was ich beim nächsten Mal besser machen kann, wenn ich es mal nicht geschafft habe. Das auch ehrlich einzugestehen, dabei aber keineswegs verzweifelt zu sein, sondern zu akzeptieren und durch meine große Vision motiviert weiterzumachen.

Fazit

Du siehst also, dass es ein andauernder Prozess ist, wo ich mir sicher bin, noch viel lernen zu dürfen. Sage niemals nie, ehe du etwas nicht ausprobiert hast, oft gibt es positive Dinge, die zu in dieser Ausgangslage noch gar nicht absehen kannst.

Ich bin froh, dass ich mich damals darauf eingelassen habe und möchte mein Erfolgsjournal durch diese persönlichen Erfahrungen nicht mehr missen.

Im nächsten Artikel morgen erzähle ich dir dann noch konkret etwas zu den einzelnen Erfolgsjournalen, die ich verwendet habe und welche ich empfehlen kann.

Bis dahin alles Gute,

dein

Hast du schon Erfahrungen mit einem Erfolgsjournal gemacht?

 

About the Author

Niko Juranek beschäftigt sich mit Persönlichkeitsentwicklung, Motivation, Selbstbewusstsein & Stressresilienz und berichtet dabei über seine Erfahrungen in Studium, Sport & auf dem Weg in die Selbstständigkeit als Coach.

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