10 Gründe, warum du mehr Zeit mit dir alleine verbringen solltest!

„Alleine“ zu sein wird häufig mit etwas Negativem assoziiert. Warum es aber durchaus etwas Positives sein kann und warum ich es dir sogar empfehle, mehr Zeit mit dir alleine zu verbringen, das erfährst du in diesem Artikel!

More...

Abonniere den Podcast mit einem Klick: iTunes | Spotify | Soundcloud | Stitcher

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass viele Menschen enorme Angst davor haben, „alleine“ zu sein.

Alleine zu sein, ist uncool. Man ist quasi ein Außenseiter, weil man einsam ist, keine sozialen Kontakte zu anderen hat, abgeschottet von anderen lebt, vielleicht auch keine Verbindung herstellen kann. Das ist oft auch mit einem Gefühl mangelden Selbstwertgefühls verbunden – ich brauche andere, um mich gut zu fühlen, bzw. abzulenken. Impliziert also, selbst nicht „genug“ zu sein.

Ich finde jedoch, dass es einen riesigen Unterschied zwischen „alleine“ und „einsam“ gibt.

Das erste Mal habe ich mich bewusst „alleine“ auf eine Reise nach Moskau begeben, wo ich 17 Tage alleine unterwegs war. Das war jedenfalls eine sehr prägende Erfahrung, in der ich sehr viel über mich selbst gelernt habe. Einsam habe ich mich dabei dennoch nie gefühlt.

Im folgenden Artikel habe ich deswegen 10 Gründe aus eigener Erfahrung zusammengefasst, die meiner Meinung nach absolut dafür sprechen, öfter mal Zeit „alleine“ mit sich selbst zu verbringen. Los geht’s!

1. Du kommst zur Ruhe

Keine äußeren Reize. Keine Ablenkungen, keine mühsamen Gespräche mit anderen, keine neuesten Gerüchte oder negative Schlagzeilen aus den Medien.

Nur du selbst.

„Alleine zu sein“ erlaubt dir, mal herunter zu kommen und dich von der Informationsflut zu entkoppeln. Du kannst dem ständigen reaktiven Modus entfliehen und hast die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen.

2. Es bringt Ordnung in deinen Kopf

Ähnlich wie das aufgebrachte Meer bei stürmischem Wind kommen deine Gedanken im Alltag nicht zur Ruhe.

Erst, wenn du dir erlaubst zu entspannen, merkst du, wie sich die Wogen glätten und nach und nach Gedanken in Form von kleinen Blasen an die Oberfläche kommen können, die in der stürmischen See sonst unbemerkt geblieben sind.

3. Deine Kreativität steigert sich

Wenn dein Geist ruhig geworden ist, kann es passieren, dass du in eine Art Langeweile fällst. Weil keine Reize da sind, die das Unterbewusstsein verarbeiten muss, fängt der Kopf von selbst an, sich zu beschäftigen.

Dabei kann es häufig vorkommen, dass du ungeahnte Kreativitätsschübe erlebst und dir nun Antworten auf Fragen einfallen, über die du dir bislang erfolglos den Kopf zerbrochen hast.

4. Alleine ≠ einsam. Du lernst dich selbst kennen.

Du lernst, dich alleine „auszuhalten“. Viele verdrängen im Alltag lieber ihre Probleme und lenken sich mit anderen Dingen ab; jetzt gibst du dir selbst die Möglichkeit, verdrängte Problem aufzuarbeiten oder sogar tiefe, innere Wünsche zu entdecken. Mach dich gefasst, dich selbst „neu“ kennenzulernen!

5. Es erlaubt dir, Möglichkeiten für dein Leben herauszufinden

Sind die Aktivitäten, die du im Alltag machst, wirklich diejenigen, die du machen willst? Oder sind es bloß die Wunschvorstellungen deines Umfelds, die du erfüllst, weil du diese Menschen nicht enttäuschen willst?

Diese Ruhe und Kreativität können dir dabei helfen, herauszufinden, was du im Leben eigentlich willst oder nicht willst und dementsprechend Veränderungen herbeizuführen.

6. Es setzt deine Prioritäten zurück

Durch die Ruhe lernst du, „falsche Verpflichtungen“ zu erkennen.

Dinge, die du für andere machst, weil du sie dir einreden lässt. Oft sind sie nicht so wichtig bzw. dringend, wie viele im ersten Moment sagen (zB. Mail: „Ich brauche bis morgen…“ – „Wirklich?“ – „Nein, in zwei Wochen passt auch.“).

Zusammen mit deinen Werte lernst du zu erkennen, welche Dinge dir wirklich wichtig sind, was du machen solltest und was du fortan besser sein lässt.

7. Dein Fokus wird geschärft

Durch die Ruhe fällt es dir leichter, dich zu konzentrieren, weil du nicht von hunderten Sachen gleichzeitig abgelenkt wirst. Kein Handyklingeln. Keine lauten Geräuschkulissen wie in Cafés. Kein Nachrichtengerede im Fernsehen im Hintergrund.

Es gibt nur dich und die Handlung in diesem Moment, die du jetzt gerade machst.

Deine Produktivität wird dadurch deutlich zunehmen und dein Fokus enorm geschärft.

8. Du wirst selbstbewusster

Durch die Beschäftigung mit dir wirst du selbstbewusster, weil du dich, deine Werte, Ziele, Ängste und Freuden besser kennenlernst. Du weißt, wofür du stehst und welchen Wert du hast, wohin du willst und wie du dahin kommst. Und du weißt, dass du auf niemand anderen angewiesen bist, weil du dir selbst „genug“ bist.

Dieses Wissen macht dich unglaublich selbstbewusst.

9. Du wirst unabhängiger

Durch dieses gesteigerte Selbstwertgefühl wirst du zudem unabhängig.

Du rennst nicht mehr einer unglücklichen Beziehung nach, wo du nur ausgenützt wirst; bist nicht mehr auf falsche Freunde angewiesen, mit denen du dich abgelenkt hast, weil du dich sonst alleine gefühlt hast. Du lässt dich vom Chef nicht mehr unfair behandeln und traust dich, deine Meinung zu sagen. Du bist nicht mehr von äußeren Umständen abhängig, sondern beginnst, deine innere Freiheit zu leben.

Du triffst freie Entscheidungen und nimmst dein Leben proaktiv in die Hand, anstatt nur reaktiv zu reagieren. Diese Unabhängigkeit macht dich frei und interessant als Persönlichkeit, viele Menschen suchen diese Freiheit.

10. Deine Beziehungen werden besser

Oft stören uns Dinge an anderen. Nicht, weil sie daran schuld sind, sondern weil sie uns damit unsere Persönlichkeit widerspiegeln und wir darin etwas sehen, mit dem wir noch nicht umgehen können bzw. wollen.

Weil du dich aber jetzt selbst besser kennst, weißt du, woran das liegen könnte. Es wird dir also leichter fallen, dich auf dein Gegenüber wertfrei einzulassen. Deine emotionale Intelligenz wird deutlich gesteigert, mit der Sensibilität für dich selbst steigt auch die für andere enorm.

Deine Beziehungen werden dadurch auf eine neue Ebene gehoben und durch die neugewonnene Tiefe nachhaltiger sein, wenn du dich darauf einlässt.

Fazit

Alleine zu sein ist nicht zwingend etwas Negativ, sondern bietet dir sogar unglaublich viel Wachstumspotential, wenn du dich darauf einlässt, dich selbst besser kennenzulernen. Denn nur Personen, die mit sich selbst im Reinen sind, können meiner Erfahrung nach anderen Menschen wirklich helfen und für sie da sein. Probiere es aus!

Kannst du schon mit dir „alleine“ sein?

Pinn mich auf dein Pinterest Board!

Selbstkenntnis-Niko-Juranek-Selbstbewusstsein-High-Performance-Persönlichkeitsentwicklung-Blog

About the Author

Niko Juranek beschäftigt sich mit Persönlichkeitsentwicklung, Motivation, Selbstbewusstsein & Stressresilienz und berichtet dabei über seine Erfahrungen in Studium, Sport & auf dem Weg in die Selbstständigkeit als Trainer.

  • Wolfgang sagt:

    Hallo Niko,

    Interessanter Beitrag. Prinzipiell stimme ich deinen Ausführungen zu. Allerdings glaube ich nicht, dass jeder gleich alle Vorteile des alleineseins gleich für sich erkennen und nutzen wird. Das bedarf etwas Übung.

    Ich bin beruflich sehr viel unterwegs (zwischen 100 und 200 Tagen / Jahr). Fast alles im Ausland und viel davon außereuropäisch.

    Alleine zu sein hilft sicher, um über diverses nachzudenken, seine Prioritäten und sich über seine (privaten und beruflichen) Ziele im Klaren zu werden. Auch kann man seine (Frei-)Zeit individuell gestalten.
    Im Ausland nutze ich das, um zB die Gegend zu erkunden, zu fotografieren, Sport zu treiben, zu entspannen (Hotel Pool & Spa oder einfach ausreichend zu schlafen) oder zur Weiterbildung (zB Fachbuch). Vieles davon ist in Gesellschaft nicht oder nur eingeschränkt möglich.

    Ich möchte jedenfalls Stunden allein (die definitiv nicht einsam sind) nicht missen. Sie helfen mir, ins Gleichgewicht zu kommen und zu bleiben und Stress abzubauen.

    Gesellschaft ist gut, aber alleine mit sich zu sein auch gut und m.E. wichtig und unterschätzt.

    Gruß Wolfgang

    • Niko Juranek sagt:

      Hallo Wolfgang,

      danke für deine ausführlichen Gedanken! 🙂

      Absolut wahr, diese Erfahrungen teile ich! Ich glaube auch, dass es ein langer Prozess ist und nicht jeder das gleich für sich entdeckt – ich würde sagen, dass ich selbst diese Punkte erst im Laufe der Zeit für mich gefunden habe und „damals“ sicher nicht alle so verstanden habe, wie jetzt 🙂

      Gruß, Niko

  • >